Reparatur und Wiederaufbau von Häusern und Schulen nach dem Taifun Haiyan, Philippinen
Projekthintergrund
Mit Geschwindigkeiten von bis 350 km/h prallte der Taifun "Haiyan" im November auf die Philippinen und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Die Naturkatastrophe hat hohe Opferzahlen und massive Schäden verursacht. Die Infrastruktur ist vielerorts komplett zerstört. Häuser und Straßen liegen in Schutt. Über 600.000 Menschen wurden über Nacht obdachlos und kämpfen seither ums Überleben. In den stark betroffenen Regionen Nord-Cebu, Eastern Samar, Leyte und Aklan sind laut einem Bericht des "Department of Social Welfare and Development" (Ministerium für soziale Wohlfahrt und Entwicklung) insgesamt 2.815.646 Familien betroffen.

Seit Beginn der Katastrophe helfen die Don Bosco Schwestern und die Salesianer Don Boscos den Opfern auf den Philippinen. In dem 1985 gegründeten Berufsbildungszentrum "Mary Our Help Technical Institute for Women" in der Hauptstadt Cebu fanden während des Taifuns mehr als 1.500 Menschen Schutz. Ein Nothilfeteam wurde vor Ort aufgestellt und ein umfassendes Nothilfeprogramm für die am stärksten betroffenen Regionen Leyte, Samar, Nord-Cebu und Aklan ausgearbeitet. Insgesamt werden 150.000 Nothilfepakete, bestehend aus den wichtigsten Lebensmitteln und rund zehn Tonnen Medikamente verteilt. Vielen Gesundheitsstationen und Krankenhäusern waren bereits nach wenigen Tagen die Medikamente ausgegangen und sie konnten den Verletzten und Kranken kaum noch helfen.

Tausende Menschen sind aus ihren zerstörten Heimatdörfern geflohen. Viele von ihnen stehen fassungslos vor den Trümmern ihrer Häuser. In den Provinzen Eastern Samar und Leyte wurden 259.485 Wohnhäuser komplett zerstört und weitere 238.172 stark beschädigt. Die Dörfer rund um Tacloban sind besonders betroffen. Die Salesianer und die Don Bosco Schwestern beginnen nun mit dem Wiederaufbau der betroffenen Dörfer und Städte in den stark betroffenen Provinzen Nord-Cebu, Eastern Samar, Leyte und Aklan.

Bezugnehmend auf den "Hyogo" Aktionsplan der "Internationalen Strategie zur Katastrophenvorsorge" der UNO, welcher den globalen Referenzrahmen im Bereich des Katastrophenrisikomanagements darstellt, und mit Zustimmung eines UNO-Beauftragten, haben die Salesianer gemeinsam mit den Don Bosco Schwestern und freiwilligen Helfern vor Ort ein Konzept für den Wiederaufbau der Philippinen erarbeitet. "ARC" ("Adopting and Rebuilding a Community") hat den nachhaltigen Wiederaufbau der Infrastruktur in den betroffenen Regionen zum Ziel.

Zielgruppe
Zielgruppe sind 2.360 Familien (11.8000 Menschen bei 5-köpfigem Haushalt), die durch den Taifun "Haiyan" ihre Häuser verloren haben. Der Neubau sicherer Wohneinheiten und die Reparatur beschädigter Wohnhäuser und Schulen konzentrieren sich auf betroffene Familien aus den Provinzen Cebu, Aklan, Leyte und Eastern Somar.

Der Großteil dieser Familien gehörte schon vor der Naturkatastrophe der ärmsten Bevölkerungsschicht der Philippinen an. Ihre Häuser konnten dem Taifun nicht standhalten, sind stark beschädigt und wurden zum Teil auch komplett zerstört.

Die zweite Zielgruppe sind Kinder im schulpflichtigen Alter in den vom Taifun betroffenen Provinzen. Durch die Instandsetzung der Schulen, sollen die Kinder möglichst rasch wieder ein Stück Normalität und geregelten Unterricht erfahren.

Konkrete Maßnahmen
Neben der Nothilfe gilt es nun, den Schutz und die Sicherheit der vom Taifun geschädigten obdachlosen Menschen durch die Reparatur beschädigter Wohnhäuser, den Bau neuer Wohneinheiten und die Instandsetzung beschädigter Schulen zu gewährleisten und die Situation der in den gefährdeten Gebieten lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Durch die geplanten Maßnahmen wird das stark verwüstete Dorf Candahug, Leyte, komplett wiederaufgebaut und viele beschädigte Häuser in den Provinzen Eastern Samar, Aklan und Nord-Cebu repariert.

In einem nächsten Schritt planen die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern den betroffenen Menschen beim Wiederaufbau einer Lebensgrundlage durch Einkommen schaffende Maßnahmen zu helfen.

Die Wiederaufbaupläne der beeinhalten folgende Maßnahmen:
• Neubau von 360 Häusern in "Barangay" Candahug in Palo, Leyte (siehe Anhang) über den Zeitraum von einem Jahr.
• Reparatur von 2.000 beschädigten Wohnhäusern in den Provinzen Eastern Samar, Aklan und Nord-Cebu.
• Reparatur von zehn Grundschulen.


Zum Stand Wiederaufbau Philippinen Juni 2014 "Wir helfen Kindern weltweit"
Der Projektmitarbeiter Roland Strux ist im März auf die Philippinen geflogen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Er reiste nach Cebu, Borongan und Tacloban, Regionen die am meisten von dem Taifun betroffen sind.

Ein bizarres Bild, das sich sofort einprägt, bieten die "versteinerten Palmen", so berichtet Roland Strux, wenn man in die Gegenden kommt, wo der Taifun eine mehrere Kilometer breite Schneise geschlagen hat. Wie versteinert wirken die Bäume auf den Palmplantagen: Meist haben nur die dünnen Stämme den Sturm überstanden, sie hängen schräg in die gleiche Richtung, die der Taifun genommen hat.

Sie werden sich wieder erholen und neu austreiben. Aber der Schaden für die örtliche Palmindustrie ist groß und es wird noch eine Zeit dauern, bis sie wieder nutzbar sind. Tausende Familien haben ihr Einkommen dadurch verloren.

Ebenso die Bauern und Fischer: Große Flächen von Reisfeldern wurden überflutet und sind durch die Versalzung auf lange Zeit nicht mehr nutzbar, die Ausspülung der Salze durch Regen wird dauern. Viele Fischer haben nicht nur die Boote verloren; die Fischbestände sind reduziert, da die Fischgründe und Korallen vom Sturm zerstört wurden.

Immer noch leben Tausende Menschen in Zelten. In Borongan, wo die Salesianer auch eine Niederlassung haben, treibt Fr. Julius Sanchez (der ehemalige Provinzial der Provinz FIS) ein Programm zum Aufbau von Holzhäusern voran, die relativ schnell errichtet werden können und stabiler sind als die Zelte und vor allem besser vor der Hitze schützen.

Das Hausbauprogramm im Dorf Candahug hatte gerade begonnen, als Roland Strux Anfang März ankam. Nach offiziellen Angaben sind die Salesianer bislang die einzigen, die in Tacloban City mit dem Bau von permanenten Wohnhäusern für die Opfer des Taifuns begonnen haben. Es sind bereits 50 der geplanten 360 Häuser in Candahug fertiggestellt und die ersten Familien können in Kürze einziehen. Die zweite Phase, d.h. die Errichtung weiterer 50 Häuser, hat vor kurzem begonnen und soll in gut drei Monaten abgeschlossen werden.

Auch die Reparatur von beschädigten Wohnhäusern geht gut voran. Im Rahmen des Wiederaufbauprojektes sollen ca. 2.000 Häuser bzw. Hütten repariert werden. An einigen Standorten besteht die Hilfe für die Betroffenen darin, dass man ihnen Baumaterial, vor allem Wellblech zur Reparatur der Dächer zur Verfügung stellt. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, Pfarreien und anderen Ordensgemeinschaften werden die Familien identifiziert, die diese Hilfe am dringendsten benötigen. Bis Ende März haben schon über 1.000 Familien Material erhalten und konnten so ihre Häuser reparieren.

In den Regionen Eastern Samar und auf Bantayan Island reicht diese Hilfe allerdings nicht, da die oft einfachen Hütten und Häuser durch den Taifun völlig zerstört wurden. Für diese Menschen, die oft immer noch in Zelten leben, werden einfache Holzhäuser errichtet, sog. "transitional houses". Der Partner rechnete damit, dass diese "Übergangshäuser" – von 700 geplanten Häusern sind bereits 214 errichtet werden – mehrere Jahre halten werden. Auf Bantayan Island werden diese sehr einfachen Häuser von Auszubildenden des Don Bosco Training Centre in Liloan/Cebu gebaut.

Beim Wiederaufbau der Schulen hat es Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung gegeben: Die Regierung hat damit begonnen, Schulen zu reparieren; es handelt sich um einfach Reparaturen ohne jegliche Vorsorge für künftige Wetterkatastrophen. Die Salesianer werden daher in Absprache mit der Regierung an 5 Schul-Standorten stabile zweistöckige Gebäude errichten, die als Klassenräume und gleichzeitig als Evakuierungsräume genutzt werden können. Das Budget bleibt gleich.
Die Bauarbeiten für die Errichtung der zweistöckigen Unterrichts- und Schutzräume für fünf Grundschulen sind ausgeschrieben und es werden derzeit Vereinbarungen mit den Schulbehörden vorbereitet, so dass schon bald mit der Errichtung begonnen werden kann.