Ökonomische Unabhängigkeit für Teebauern in Assam, Indien
Projekthintergrund und Zielgruppe
Seit 2008 fördert Don Bosco Mondo zusammen mit "Wir helfen Kindern weltweit" die Unabhängigkeit von Teebauern in Assam. Es konnten bislang 400 Familien der Adivasi einen eigenen kleinen Teegarten bewirtschaften und dadurch ihr Einkommen steigern.

Die Adivasi gelten als "Unberührbare" und werden von den Plantagenbesitzern oftmals wie Leibeigene behandelt. Als Entgelt erhalten sie häufig nur Verpflegung und eine sehr bescheidene Unterkunft. Sie haben kaum Chancen, von alleine aus diesen ausbeuterischen Arbeits- und Lebensbedingungen auszubrechen.

Dank des Projektes haben sich ihre Lebensumstände wesentlich verbessert. Durch den Anbau von Tee auf ihrem eigenen Land und das entsprechende Wissen zum organischen Teeanbau erhalten diese Familien langfristig eine bessere Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und aus den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen der Plantagen auszubrechen.

Don Bosco Mondo sowie die Salesianerpater vor Ort möchten das Programm noch weiter ausweiten, um noch mehr Familien zu helfen und auch um die Gruppe der unabhängigen Teebauern weiter zu steigern, damit diese mehr Gewicht bekommen und ihre Rechte selbst durchsetzen können.

Erfolge und Herausforderungen
Die Marke Bosco Tea wurde eingeführt und der Lehrgarten für den Anbau von ökologischem Tee erweitert.
Die Fortbildungsangebote im Bereich des Teeanbaus stoßen auf großen Anklang.

In 2014 konnten insgesamt 106.404 kg Teeblätter eingesammelt werden. Die Familien verdienen in ihrem Teegarten das 4-fache von dem, was sie als Arbeiter auf einer Großplantage verdienen würden. Auf der Großplantage erhalten Sie pro Tag nur ungefähr 90 Rupien, das sind gerade einmal 1 Euro. Zuhause können sie 400 Rupien also ungefähr 4,40€ pro Tag verdienen.

Eine sehr positive Entwicklung nehmen auch die Rückzahlungen der Bauern. Waren es in den letzten Jahren noch sehr kleine Beträge (rund 10% der entliehen Gelder), konnten 2014 schon 60% der Kredite zurück gezahlt werden und reinvestiert in neue Setzlinge für weitere Familien.

Es gibt viele positive Entwicklungen in diesem Projekt, jedoch kann es sich noch nicht alleine tragen und ausweiten. Ein großes Problem für die eigenständige Entwicklung sind die Mittelmänner, die sich nicht so leicht von den Salesianern Don Boscos aus dem Markt vertreiben lassen. Sie ködern die Familien mit großen Vorauszahlungen und haben Sie dadurch später in der Hand.

Es ist daher notwendig noch mehr unter den Teefamilien zu werben, sich nicht auf die Geschäfte der Mittelmänner einzulassen. Die Präsenz der Salesianer und ihrer Mitarbeiter muss gestärkt werden sowie der Zusammenhalt unter den Teebauern. Je mehr Teefamilien mit machen, umso eher bilden Sie eine starke Gemeinschaft, die sich gegen kriminelle Machenschaften wehren kann.

Hintergrund-Infos
Assam’s Tee ist weltberühmt. Was jedoch nur wenige wissen, ist, dass der Tee meist von Adivasi gepflückt wird. Im Distrikt Golaghat und den angrenzenden Distrikten leben tausende Adivasi-Familien unter sehr schlechten Verhältnissen. Sie gelten als "Unberührbare" und werden von den Plantagenbesitzern oftmals fast wie Leibeigene behandelt. Als Entgelt erhalten sie häufig nur Verpflegung und eine sehr bescheidene Unterkunft. Die Adivasi besitzen meist kleine Grundstücke, die sie jedoch kaum oder nur wenig bewirtschaften. Oft fehlt es an Geld für Saatgut und Maschinen, aber auch an dem nötigen Wissen zur Bewirtschaftung des Landes. So haben sie kaum Chancen, von alleine aus diesen ausbeuterischen Arbeits- und Lebensbedingungen auszubrechen.

Die Salesianer Don Boscos haben es sich daher zum Ziel gesetzt, die Adivasi-Familien bei der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu unterstützen. Durch den Anbau von Tee auf ihrem eigenen Land und das entsprechende Wissen zum organischen Teeanbau sollen diese Familien langfristig eine bessere Möglichkeit erhalten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und aus den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen der Plantagen auszubrechen.

Folgende Maßnahmen werden durchgeführt, um dieses Ziel zu erreichen:
Die interessierten und geeigneten Teebauern bekommen Teesetzlinge von den Salesianern Don Boscos sowie Trainings zum organischen Anbau und Teegarten-Management. Die Setzlinge erhält die Teegärtner-Familie, wenn das Land für den Teeanbau vorbereitet ist und die Grundregeln für das Funktionieren der Gruppen vereinbart und von allen Gruppenmitgliedern akzeptiert wurden.

Die begünstigten Familien werden in kleinen Kooperativen von 10-15 Teebauern zusammengefasst und teilen sich notwendige Maschinen und vermarkten den Tee gemeinsam. Die Salesianer helfen ihnen dabei, ohne den sogenannten "Middle Man" an die Produzenten zu liefern.

Jeder Teebauer erklärt sich vertraglich dazu bereit, ab der ersten Ernte einen angemessenen Anteil seines Gewinns abzugeben, um die Bereitstellung von Setzlingen für einen kleinen Teegarten für einen anderen Teebauern zu ermöglichen. Außerdem zahlt der Teebauer ca. 4 Cent pro erhaltenen Setzling zurück. So ist gesichert, dass sich das Projekt langfristig selbst finanzieren kann.